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Erfahrungsbericht eines Teilnehmers

Interview mit Stefan Bachofen, Teilnehmer 2010/2011

Stefan, du bist im August 2010 in das Förderprogramm eingetreten.
Ich trat mit 181.6 kg in die Guglera ein. Damals fiel mir alles körperlich schwer und ich fühlte mich energielos. Jede Bewegung brachte mich ins Schwitzen und in Atemnot. Bevor ich in die Guglera eintrat, hatte ich eine Stelle als Sachbearbeiter in einem Treuhandbüro. Beruflich hatte ich im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern keine Probleme, jedoch fühlte ich mich durch mein Gewicht eingeschränkt. Darum entschied ich mich für das stationäre Förderzentrum, da ich es bisher selber nicht schaffte abzunehmen. Durch eine Bekannte erfuhr ich von der Guglera und nahm Kontakt auf. Kurz darauf trat ich in das Förderprogramm des Instituts Guglera ein.

Wie hast du die Guglera erlebt?
Am Anfang war es sehr hart. Ich war der schwerste Adi meiner Gruppe und mit 22 Jahren der Älteste. Aber ich war wahrscheinlich einer der Motiviertesten, da ich meinen Aufenthalt in der Guglera selber finanzierte. Ich hatte mich bewusst darauf eingelassen und meine alte Stelle für die Guglera gekündigt. Das Programm war es sehr intensiv und am Anfang tat mir physisch alles weh. Ich spürte aber immer, dass ich am richtigen Ort war. Das Programm war sehr straff, man hatte wenig Freiheiten und wenig Freizeit. Aber durch dieses Programm lernte sehr viel in verschiedenster Hinsicht. Ich übernahm schon rasch Verantwortung über die Gruppe und wurde zum Assistent der Coaches.

Wie geht es dir heute gesundheitlich?
Ich habe nun über 90 Kilo abgenommen und fühle mich wie in einer anderen Welt. Meine Batterie ist viel voller und ich habe viel mehr Energie. Leider gewöhnt man sich sehr schnell an das neue Lebensgefühl und man vergisst sehr schnell wie es vorher war! Jetzt mache ich viel und gerne Sport. Im Moment trainiere ich für einen Halbmarathon-Lauf.

Ich habe gehört, dass du eine Stelle in der Guglera erhalten hast.
Ich hatte schon seit längerem vor ein Studium zu beginnen. Im März 2011 meldete ich mich für ein Teilzeit-Wirtschaftsstudium an der ZAHW in Winterthur an. Ich hatte vor, nebenbei zu arbeiten und begann nach einer Stelle zu suchen. Für mich völlig überraschend kam Beat Fasnacht im April auf mich zu und bot mir eine Stelle in der Job-Factory Administration an (Jobfactory Freiburg). Vom April bis August 2011 wohnte ich weiterhin in der Guglera, war aber zu 100% angestellt und nicht mehr im Förderprogramm. Im September reduzierte ich mein Pensum und begann mein Studium. Seitdem arbeite ich zu 50% für die Guglera, die restliche Zeit verbringe ich wieder in der Heimat.

Du hast sehr viel erreicht. Hast du Ängste in Bezug auf deine Zukunft?
Ich bin da realistisch. Es wird sicher schwierig und es wird immer eine Herausforderung für mich bleiben. Ich bin nun schon seit einigen Monaten aus der Programm ausgetreten und habe seitdem gemerkt, dass ich jeden Tag zu kämpfen habe. Das wird wohl mein ganzes Leben lang so bleiben. Ich versuche mich damit abzufinden, dass dies jetzt halt zu meiner Identität gehört. Ich finde dies ist entscheidend. Ich hoffe aber, dass es mir mit der Zeit leichter fallen wird.

Gallerie: Stationen im Therapie-Jahr

1 Sommercamp-Adelboden August-2010
Stationen im Therapiejahr
letzter Eintrag: 22.09.2011