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Junge Menschen fit für die Zukunft machen


Vom Sportler zum Unternehmer in Gottes Sache

Beat Fasnacht musste seinen Traum vom Leistungssportler schon mit neunzehn Jahren begraben. Was blieb, war sein eiserner Wille, etwas zu bewirken. Motiviert vom christlichen Glauben, fördert und trainiert Beat Fasnacht heute benachteiligte Jugendliche für ihre berufliche Zukunft.

Autorin: Heike Cirrincione; erschienen in "Christliches Zeugnis" 3/2010

Den Nöten der Zeit begegnen
Der Fribourger Unternehmer hat nicht nur das Gebäude, sondern auch das Motto von Pater Theodosius übernommen: «Was Bedürfnis der Zeit, das ist Gottes Wille.» So will Beat Fasnacht mit dem Institut Guglera auch heute den Nöten der Zeit begegnen. Besonders am Herzen liegen dem Unternehmer die Jugendlichen in der Schweiz, die bei der Lehrstellensuche benachteiligt sind. Dies sind vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund, aber auch stark übergewichtige junge Menschen. Ich habe Beat Fasnacht in Giffers besucht und ihn gefragt, wie es dazu gekommen sei und was ihn bewege, sich in solchem Mass für dieses Ziel zu engagieren.

Vom Sportler zum Unternehmer
Als angehender Leistungssportler, erzählt Beat Fasnacht, habe er schon früh gelernt, für eine Sache zu kämpfen, dranzubleiben und eigene Bedürfnisse auch einmal zurückzustellen. Nach seinem jähen verletzungsbedingten Karriereende wurde er Jungunternehmer, führte das erste Squashcenter der der Schweiz, war Mitbegründer des Schweizer Squashverbandes und später des Schweizer Triathlonverbandes. Neue Projekte kamen hinzu, andere gab er ab, doch sein Tun war immer von einer enormen Zielstrebigkeit geprägt. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der im Hygiene- und Diagnostikbereich tätigen Almedica AG mit Sitz im Institut Guglera.

Das Fundament
Privat erlebte der erfolgreiche Unternehmer aber auch schwierige Zeiten. Während einer Ehekrise fanden Beat und seine Frau Gaby zu einer persönlichen Beziehung mit Jesus Christus, die seither auch den Familienalltag mit den heute erwachsenen drei Kindern beeinflusst. Er betont: «Jesus spielt in keiner Weise eine Rolle in meinem Unternehmen – er bildet vielmehr das Fundament, auf dem alles aufbaut.» Für Beat Fasnacht gibt es keine Trennung zwischen Sonntag und Alltag. «Glaube muss lebensrelevant sein», weiss er. Und mit einer gewissen Hochachtung stelle ich fest: Bei Beat sind das nicht nur Worte eines Traumes – vor mir sitzt ein bodenständiger Mann, der sich mit Leib und Seele dafür einsetzt, dass dies Realität wird und bleibt.

Biblisches Konzept
Hinter seinem neuen Konzept in Giffers steht für Beat Fasnacht der Gedanke eines gemeinschaftlichen Lebens, wie es in der Apostelgeschichte von den ersten Christen berichtet wird. «Da gab es drei wichtige Bereiche in der Gemeinde, die sich gegenseitig dienten und freisetzten », erklärt Beat Fasnacht, «und die möchten wir auch hier umsetzen.»

1. Die Landbesitzer oder der Businessbereich

Was in der Urgemeinde die Landbesitzer waren, die Land verkauften und die Gemeinde finanziell versorgten, seien heute die eigenen Wirtschaftszweige. Dieser Profitbereich dient der Versorgung, er generiert notwendige Finanzen, und der Überschuss fliesst in den diakonischen Bereich.

2. Diakoniebereich

In diesem zweiten Bereich, dem Non-Profit-Bereich, geht es um die Investition in Menschen. Hierfür schlägt das Herz von Beat Fasnacht besonders stark. Die Stiftung deStarts bietet ein Motivationssemester für Jugendliche an, um ihnen beim Einstieg ins Berufsleben zu helfen. «Fünfzig bis siebzig Prozent der Jugendlichen, vorwiegend mit Migrationshintergrund, finden danach eine Stelle», berichtet Beat Fasnacht.
In einem anderen, mindestens ein Jahr dauernden Trainingsprogramm werden übergewichtige Jugendliche aus der ganzen Schweiz auf die Berufswelt vorbereitet. Sie nehmen ohne Diät mit «normalen» Portionen, viel Bewegung und Sport «nebenher» noch einige Kilos ab. «Wir setzen nicht auf kurzfristige Diäten, sondern auf eine umfassende Änderung der Lebensgewohnheiten», sagt Beat Fasnacht. Nicht ohne Stolz erzählt er, dass eine Teilnehmerin hundert Kilogramm abgenommen habe. «Was jedoch den Unterschied macht», so betont er, «sind nicht die Kilos, die fallen, sondern das neu gewonnene Lebensgefühl. » In der Schweiz führt das Institut Guglera die erste Einrichtung dieser Art. Im Moment geht man von bis zu 5000 stark übergewichtigen Jugendlichen aus, und die Zahlen sind steigend.
Beat Fasnacht ist es wichtig, für die Jugendlichen als Ansprechperson präsent zu sein. Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Profitbereichs sind dabei. Und das Büro ist jederzeit zugänglich für Jugendliche, die gerade ein offenes Ohr brauchen.

3. Wohngemeinschaft und spirituelles Leben

Gemeinsam ihr Leben teilen – das tun Beat und Gaby Fasnacht mit zweien ihrer Kinder, drei Ehepaaren und Einzelpersonen. Dafür verzichten sie auf die Hälfte des in der freien Wirtschaft üblichen Gehalts. Braucht es für diesen Schritt nicht viel Überzeugung? «Ja und nein», meint Beat Fasnacht und zeigt mir «als ein Unternehmer, der mit Zahlen rechnet», auf, dass für viele Dinge wie Wohnen, Essen, Unterhalt der Liegenschaft usw. gesorgt sei. Arbeitswege unter einer Minute haben ausserdem zur Folge, dass einfach mehr Zeit bleibt, die man dann sinnvoll einsetzen kann. «Auch miteinander den Glauben zu teilen, ist intensiver möglich, wenn man nicht nur zusammen Gottesdienst feiert, sondern auch zusammen arbeitet und wohnt», betont Beat Fasnacht. «Und letzten Endes kommt das wiederum dem ersten und zweiten Bereich zugute!»

Glauben, nicht Idealismus
Als ich Beat Fasnacht frage, wie viel Idealismus es denn zur Mitarbeit brauche, antwortet er ganz spontan: «Keinen!» Idealismus reiche nicht, da höre man spätestens nach drei Monaten wieder auf, denn an seine Grenzen komme hier jeder früher oder später. «Es braucht den Glauben an Jesus als Fundament und dazu noch eine klare Überzeugung, das Richtige zu tun.» Dieses Wissen, etwas Wichtiges im Leben einzelner Menschen zu bewirken, hilft weiterzumachen – das sehe ich deutlich in Beats Gesicht, als wir vor der Fotowand der «Ehemaligen» stehen und uns verabschieden. Beat Fasnacht hat noch weitere Ziele: Eine Job Factory wie in Basel soll auch in Fribourg eröffnet werden. Und für die Nachbetreuung der Jugendlichen, die das Institut Guglera verlassen, brauche es noch dringend Familien in der ganzen Schweiz, die ein Zimmer und Unterstützung bieten ...